Hebamme Gabriele Langer-Grandt

 
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Gabriele, Du bist eine waschechte Hamburgerin. Elbe oder Alster?

Da muss ich ein wenig ausholen. Ich bin in Hamburg geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur zog es mich in den Süden und ich studierte in Freiburg Deutsch und Geschichte. 1989 zog ich wieder in meine Heimatstadt Hamburg, um Hebamme zu werden. Ich bin verheiratet, Mutter von drei Töchtern und Großmutter einer Enkeltochter. Ich bin tief in Hamburg verwurzelt und liebe meine Stadt sehr. Wasser spielt in meinem Leben eine große Rolle, denn ich segle gerne in meiner Freizeit und fahre gerne an die Nordsee. Daher sage ich: die wilde Nordsee in enger Liaison mit der entspannten Alster.

Du bist seit 1992 Hebamme. Immer noch Feuer und Flamme?

Ja, definitiv immer noch Feuer und Flamme. Ich wollte eine Hebamme werden, die Hausgeburten begleitet,  die Frauen durch die Schwangerschaftsvorsorge gut kennenlernt und weiß, was ihre Bedürfnisse sind. Ich habe nie anders gearbeitet und kann mir meine Arbeit auch nicht anders vorstellen.

Dann hast Du sicher schon alles erlebt, oder?

Alles hoffentlich nicht, aber in knapp 30 Jahren sehr vieles! Trotzdem gibt es immer Neues zu lernen. Durch regelmäßige Fortbildungen sichere ich die Qualität meiner Betreuung. Ich verbinde neue medizinische Erkenntnisse und bewährte Methoden des alten Hebammenhandwerkes. Eine besondere Leidenschaft von mir ist die evidenzbasierte Medizin.

Wofür steht evidenzbasierte Medizin?

Für mich bedeutet es, die gegenwärtig besten wissenschaftlichen Erkenntnisse gewissenhaft und vernünftig zu nutzen, das Selbstbestimmungsrecht der Frauen zu achten, ihnen die nötigen Informationen zu geben und sie bei Ihrer Entscheidung zu begleiten. Das sollte normal sein, ist es jedoch leider nicht – vor allem im Umgang mit Frauen rund um die Geburt.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft der Familien?

Mehr Respekt vor der Privatsphäre und den individuellen Entscheidungen, die eine Familie trifft. Eine gesellschaftliche Unterstützung, die wirklich Lust auf Familie macht! Dazu gehört für mich unter anderem eine 32-Stunden-Woche für beide Elternteile. So bliebe mehr Zeit für die Familie. Als Hebamme wünsche ich seelische und körperliche Unversehrtheit für alle Frauen und Kinder während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Wenn wir Frauengesundheit im Fokus von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sehen, wäre schon viel für die Familiengesundheit getan.